Beim verschalten Balkengesims tragen die Balkenköpfe profilierte oder glatte Gesimsbretter (f, g), nicht auf das Hirnholz genagelt, sondern besser auf seitlich angebrachte Leisten. Das etwa 60° geneigte Gesimsbrett soll nicht auf dem Putz aufsitzen, sondern eine Wassernase bilden. Um dem Verwerfen vorzubeugen, erhält es auf der Rückseite längslaufende Sägeschnitte oder es wird aus mehreren schmalen Brettern zusammengesetzt.
Die einfachste Ecklösung für dieses Gesims bildet die „Giebelschulter“ (g). Mit ihr wird dem Holzgesims sozusagen ein gemauerter Riegel vorgeschoben; sie läßt daher nur einen massiven Ortgang zu - es ist sinnwidrig, sie mit einem verschalten Ortgang zu kombinieren. Soll das Balkengesims und der Ortgang verschalt sein, so wird das Gesimsbrett bis an die Zahnleiste vorgezogen und entsprechend abgeschrägt oder ausgeschweift (f) - eine alte Konstruktion, die am ehesten im Holzbau möglich ist.
Stehen die Balken weiter vor und werden sie verschalt und verputzt, so entsteht das Kastengesims (h). Wo es ein weit ausladendes profiliertes Werksteingesims vortäuschen soll (204) wirkt es fast stets plump und hart; der Übergang zum Giebelgesims läßt sich nicht befriedigend lösen. Wie elegant ist dagegen die alte Form, bei der nur die verschalte Untersicht in Erscheinung tritt (205).

