Einen Überblick über die gebräuchlichen Dachdeckungen mit den zugehörigen Dachneigungen gibt das Diagramm (21) (Tabelle S. 248). Wir unterscheiden:
1. Schuppendeckung: Das Ziegel- und Schieferdach, d. i. die Deckung mit eingehängten oder aufgenagelten Steinplatten, beruht auf alter Handwerks-Tradition. Die ländlichen Schindel- und Strohdächer hat ursprünglich der Bauer selbst zugerichtet und gedeckt. Bei allen diesen Dächern bilden kleine, leicht zu handhabende und auszuwechselnde Elemente eine elastische schuppenartige Haut, die die Bewegungen des Dachgerüstes mitmacht, ohne undicht zu werden. Damit das ablaufende Wasser, vom Wind getrieben oder vom Frost gestaut, nicht durch die Fugen dringt, dürfen die Schuppendächer nicht zu flach geneigt sein.
2. Bahnendeckung: Das Blech- und das Pappdach gestatten geringere Neigungen.
Die Schuppen- und Bahnendeckungen - ebenso wie die Deckung in Tafeln aus Wellblech, Welleternit u. dgl., die eine Zwischenstellung einnimmt - sind mit ihrer zulässigen Neigung und mit ihrem Dachhautträger für die Ausbildung des Dachgerüstes bestimmend, in sich aber von diesem unabhängig. Dagegen sind die in jüngster Zeit vorgeschlagenen Deckungen mit großen Betonplatten von der Bauart der massiven Dachgerüste, für die sie entwickelt wurden, nicht zu trennen (S. 180).

